Lillian-Yvonne Bertram, Farcen-Generator (0x0a)

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Lillian-Yvonne Bertram
Farcen-Generator
Aus dem Englischen übersetzt von Hannes Bajohr
Frohmann/0x0a_13
Berlin: Frohmann, 1. Dezember 2021 (bei uns schon verfügbar)
Paperback, 92 Seiten
ISBN: 978-3-944-195-18-6

12 EUR
Design: 0x0a
Lektorat: Christiane Frohmann

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Die Mehrzahl der Gedichte in diesem Buch wurde mit Hilfe von Computercodes und -programmierung erstellt, meist in Python und JavaScript, aber auch in Perl. Viele der Codes sind alt und stammen aus den Anfangsjahren der computergestützten Poesie und digitalen Literatur. Lillian-Yvonne Bertram befasst sich mit den Möglichkeiten, wie Schwarze Menschen (und erst recht Schwarze Frauen) als Leser*innen oder Autor*innen von Texten wie Programmiersprachen, Computercodes und Algorithmen »ungeahnt« bleiben. Diese Arbeiten sind eine Reaktion auf die Tatsache, dass, obwohl Code das versteckte back-end fast all jener Technologien darstellt, mit denen wir interagieren (etwa der Google-Suche), diese Technologien doch als neutral dargestellt werden, als wären sie allein von objektiven Zahlen bestimmt. Lillian-Yvonne Bertram nutzt Codes und Algorithmen, um Werke zu schaffen, die versuchen, unterdrückerische Narrative für Schwarze Menschen zu rekonfigurieren und herauszufordern sowie neue Narrative zu imaginieren –eine Intervention, ein Eingreifen in literarische Praktiken, die Frauen und andere Minderheiten historisch ausgeschlossen haben. 

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Nach einer rassistischen Mikroaggression mögen sich zwei nichtweiße Menschen ansehen und sagen: ›That was random‹ – und damit ironisch zum Ausdruck bringen, dass das Geschehene alles andere als zufällig war. Die Gedichte in Lillian-Yvonne Bertrams Farcen-Generator entstanden durch computergestützte Prozesse, um zu zeigen, dass auch der Zufall kein Entrinnen aus jenen Mustern bietet, die im Leben Schwarzer Menschen für Trauer und Empörung sorgen. Bertrams poetischer ›Output‹ verwirrt und frustriert erst, um dann zu hypnotisieren und zu beklemmen – Gefühle, die ihre Poesie nicht weniger als die Umstände Schwarzen Lebens in den USA hervorrufen. — Evie Shockley

Die Gedichte in Lillian-Yvonne Bertrams Farcen-Generator sind bahnbrechend. Bertram nutzt Open-Source-Codes, um eindringliche Elegien auf Trayvon Martin, Eric Garner und Emmett Till zu schreiben. Indem sie ihre ›Gegenerzählungen‹ Schwarzer Leben in Code formuliert, zeigt Bertram auf brillante Weise, wie die Erfahrungen Schwarzer Menschen kodifiziert, homogenisiert und für die kapitalistische Verbreitung abgefertigt werden. Code, geschrieben von weißen Männern, ist Teil des vorprogrammierten Systems der white supremac , in dem sich strukturelle Gewalt selbst verstärkt. Bertram aber hackt sich in diese Sprache ein. Sie arbeitet sie um, indem sie das lyrische mit dem Programmierskript synthetisiert. Sie übernimmt damit den Staffelstab von Harryette Mullen und den Oulipoeten, und eilt mit ihm in die Schwarze Zukünftigkeit des kommenden späten 21. Jahrhunderts. Farcen-Generator ist genial. — Cathy Park Hong

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Lillian-Yvonne Bertram schreibt Lyrik, Prosa und Essays und ist Associate Professor im Fachbereich Englisch an der University of Massachusetts-Boston. Dort unterrichtet Bertram im Rahmen des UMass Boston MFA-Programms kreatives Schreiben. Vier Gedichtbände sind unter Bertrams Namen erschienen – Travesty Generator (Noemi Press, 2019), das 2020 mit dem Anna Rabinowitz Prize der Poetry Society of America ausgezeichnet wurde, Personal Science (Tupelo Press, 2017), a slice from the cake made of air (Red Hen Press, 2016) und But a Storm is Blowing From Paradise (Red Hen Press, 2012); letzteres wurde von Claudia Rankine als Gewinner des Benjamin Saltman Award 2010 gekürt. Farcen-Generator ist Bertrams erstes ins Deutsche übersetztes Buch.



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