Klarkommen, nicht mehr klarkommen

Ich komme mit dem Leben unter Lockdownbedingungen klar, meine Geschäfte laufen auch noch okay. Aber es gibt Vorstellungen bzw. Realitäten, die mich sehr quälen. 

Mich peinigt der Gedanke, dass gerade Millionen und Milliarden umstandslos in Unternehmen, Institutionen, Branchen gepumpt werden, deren gesellschaftliche Sinnhaftigkeit vor Corona gerade in Frage gestellt zu werden begann.

Noch viel mehr peinigt mich der Gedanke an die unnötigen Tode, in Deutschland vor allem durch das Hühott auf Bundesländerebene, aber auch in anderen Staaten, die zu sehr an ihre Großartigkeit zu glauben gewöhnt sind.

Manche fragen, ob ein Leben ohne Geselligkeit und Freiheit überhaupt lebenswert ist. Ich frage mich immer mehr, ob ein Leben auf Kosten anderer bzw. inmitten grausamster gesellschaftlicher Gleichgültigkeit gegenüber den Leben anderer lebenswert ist.

Man hätte erwarten können, dass die Coronatoten – weil näher dran – zu mehr gesellschaftlichem Mitgefühl für und in der Folge politischem Druck und Handeln zugunsten von Menschen auf der Flucht führen würden, aber nein, die große Fühllosigkeit wird einfach auf sie ausgeweitet.

Für mich ist das der wahre Lockdown. Ich fühle mich in einer eiskalten Gesellschaft eingesperrt.